Die VertreterInnen des Aktionsbündnisses Pestizidfreies Münster haben mit Interesse in der online-Ausgabe der WN gelesen, dass Münster nun auch daran arbeite, wie schon viele andere Kommunen in NRW, glyphosatfrei zu werden und damit den Einsatz dieses Totalherbizids auf den verpachteten städtischen Flächen zu verbieten. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus, um dem Verlust an Artenvielfalt zu begegnen. Notwendig ist ein Verbot aller chemisch-synthetischen Pestizide auf diesen Flächen. Nur damit kann ein starkes Zeichen für Artenschutz und Nachhaltigkeit gesetzt werden.
Das Aktionsbündnis hat dies in einer Bürgeranregung bereits 2016 gefordert, unterstützt von über 2000 münsteraner BürgerInnen. Auf diese Anregung hat die Stadt reagiert, indem sie seit Frühjahr dieses Jahres auf 9 von den über 500 Hektar verpachteten Ackerflächen eine ökologische Bewirtschaftung vorschreibt. Dies sind noch nicht einmal 2 % der Gesamtfläche. Auf den anderen 98 % der Ackerflächen, die die Stadt verpachtet, dürfen die Landwirte weiterhin Gift verwenden. Münster hatte 1989 mit dem Pestiziverbot auf den städtischen Grünflächen eine Vorreiterrolle. Mit einem Pestizidverbot auf allen seinen verpachteten Flächen könnte Münster wieder zu den Pionieren aufschließen.