„Gut & Genug. Der Suffizienz-Laden“: BUND Münster zeigt interaktive Ausstellung zu nachhaltigem Konsum

15. Juli 2026

Wie kann ein gutes Leben für alle gelingen? Drei Tage lang kamen auf dem Domplatz zahlreiche Besucher*innen zusammen, um sich dieser Frage interaktiv zu nähern, eigene Gewohnheiten zu hinterfragen und über politische Rahmenbedingungen für nachhaltige Lebensweisen ins Gespräch zu kommen.

Wie viel brauchen wir eigentlich für ein gutes Leben? Mit dieser Frage beschäftigten sich am vergangenen Wochenende (11.-13.07.) zahlreiche Besucherinnen und Besucher der interaktiven Ausstellung „Gut & Genug. Der Suffizienz-Laden“ in der Kreisl-Kiste auf dem Domplatz. Organisiert wurde die Ausstellung von der AG Suffizienzpolitik des BUND Münster. Die Grundideen stammen aus einem gemeinsamen Projekt mit Studierenden und Lehrenden der Münster School of Design.

An drei interaktiven Stationen konnten sich die Besucherinnen und Besucher der bislang noch wenig bekannten Nachhaltigkeitsstrategie der Suffizienz annähern. Sie ist notwendig, weil technologischer Fortschritt (z.B. Effizienzsteigerungen) allein nicht ausreichen wird, um die Klima- und Umweltschutzziele zu erreichen. Suffizienz setzt daher grundsätzlicher an und fragt danach, wie viel Konsum für ein gutes Leben tatsächlich notwendig ist.

So konnten die Teilnehmenden unter anderem darüber nachdenken, welche Bedürfnisse ihnen besonders wichtig sind, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind und wie sie drei vollkommen freie Tage verbringen würden. „Auffällig war, dass sich viele Menschen für Aktivitäten entschieden, die nur wenig Material oder Energie benötigen“, berichtet Mitorganisatorin Lilo Dorschky. „Das wirft die Frage auf, wie viel wir eigentlich wirklich brauchen, um gut leben zu können und dabei auch anderen Menschen Raum für ein gutes Leben zu ermöglichen.“

Den Organisatorinnen und Organisatoren war zugleich wichtig, Suffizienz nicht allein als Aufgabe einzelner Verbraucherinnen und Verbraucher darzustellen. Ob ressourcenschonende Lebensweisen möglich und attraktiv sind, hängt wesentlich auch von den politischen Rahmenbedingungen ab. Die Ausstellung zeigte daher auch verschiedene Beispiele für bereits umgesetzte suffizienzpolitische Maßnahmen (z.B. Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung in Frankreich).

„Wir haben während der Ausstellung viele anregende Gespräche geführt und uns mit ganz unterschiedlichen Menschen über Suffizienz ausgetauscht“, sagt Lars Berker von der AG Suffizienzpolitik. „Effizienz und technologischer Fortschritt sind absolut wichtig, reichen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz allein aber nicht aus. Mit der Ausstellung möchten wir dazu beitragen, Suffizienz stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen.“

Die Ausstellung ist als mobiles Format konzipiert und kann auch an anderen Orten gezeigt werden. Erste weitere Präsentationen sind bereits in Planung. Einrichtungen, Initiativen und andere Interessierte können sich beim BUND Münster melden.

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