Der BUND setzt sich in Münster für eine zukünfsfähige Verkehrspolitik zugunsten des Umweltverbundes aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr ein. Deshalb unterstützen wir die Petition zur Verhinderung einer Ampelkreuzung und zur Umsetzung eines optimierten Kreisverkehrs:
https://www.change.org/p/den-kreisverkehr-sicherer-gestalten-ampelkreuzung-verhindern
Klimaschutz: Ampelkreuzung widerspricht den städtischen Zielen
Münster hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Der Verkehrssektor trägt mit 33 % erheblich zu den städtischen Emissionen bei. Eine Ampelkreuzung würde durch zusätzliche Versiegelung, Baumfällungen und induzierten MIV-Verkehr die Treibhausgasbilanz verschlechtern. Der verbesserte Kreisverkehr hingegen verursacht keine nennenswerte Neuversiegelung, erhält den Baumbestand weitgehend und erhöht die Kfz‑Kapazität nicht. Damit bleibt er klimaneutral.
Flächenversiegelung: 1.500 m² neu versiegelt – oder 30 m² entsiegelt
Die Zahlen sind eindeutig:
- Ampelkreuzung: 1.400–1.500 m² Netto‑Neuversiegelung
- Verbesserter Kreisverkehr: ca. 30 m² Netto‑Entsiegelung
In Zeiten zunehmender Hitze‑ und Starkregenereignisse sei es unverantwortlich, zusätzliche Flächen zu versiegeln.
Kosten: Kreisverkehr bleibt deutlich günstiger
Die Verwaltung beziffert die Kosten für die Ampelkreuzung auf 1,9 Mio. €, für den Kreisverkehr auf 1,5 Mio. €. Die Antragsteller*innen kritisieren jedoch, dass der Kreisverkehr fälschlicherweise als Vollumbau kalkuliert wurde, obwohl nur Teilbereiche angepasst werden müssten. Selbst unter den vorgelegten Zahlen bleibt der Kreisverkehr sechsstellig günstiger.
Städtebauliche Entwicklung: Kreisverkehr passt zum neuen Quartier
Mit dem Modellquartier MMQ2 entsteht ein neues, urbanes Umfeld mit Begegnungszonen und hoher Aufenthaltsqualität. Der Kreisverkehr unterstützt die gewünschte Verkehrsberuhigung und fügt sich in das zukünftige Stadtbild ein.
Verkehrsqualität: Radverkehr würde massiv ausgebremst
Laut Gutachten würde die Wartezeit für Radfahrende an einer Ampelkreuzung um durchschnittlich 24,5 Sekunden steigen – das entspricht 80 Stunden täglicher Gesamtwartezeit. Der Kreisverkehr bietet hingegen weiterhin freie Fahrt für den Radverkehr und entspricht den städtischen Prioritäten zugunsten nachhaltiger Mobilität.
Verkehrssicherheit: Umbau des Kreisverkehrs reduziert Unfälle deutlich
Die Unfallanalyse zeigt: 78 % der Unfälle mit Radfahrenden entstehen durch zu geringe Abstände zwischen Radwegfurt und Kreisfahrbahn. Eine stärkere Absetzung der Furten – wie im verbesserten Kreisverkehr vorgesehen – reduziert diese Unfälle statistisch um 73 %. Zudem sind Unfälle an Kreisverkehren aufgrund niedriger Geschwindigkeiten deutlich weniger schwerwiegend als an Ampelkreuzungen.
Fazit
Der BUND fordern den Rat der Stadt Münster auf, die Entscheidung nicht auf eine rein technische Betrachtung zu reduzieren. Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren – Klimaschutz, Flächenverbrauch, Kosten, Stadtentwicklung, Verkehrssicherheit und Mobilitätsziele – ist der verbesserte Kreisverkehr die eindeutig nachhaltigere und verantwortungsvollere Lösung.