Die dringlichste Frage ist, warum müssen die Castoren mit den hochradioaktiven Brennelementen überhaupt von Jülich nach Ahaus gebracht werden? Der Grund ist kein technischer, sondern ein formaljuristischer: Die Betriebsgenehmigung! Diese ist in Jülich seit über 10 Jahren abgelaufen. Warum ist keine neue, den heutigen Sicherheitsanforderungen entsprechende Zwischenlagerhalle in Jülich errichtet worden? Dem Argument, das wäre zu teuer, können wir vom BUND nicht folgen. In 10 Jahren, 2036, endet auch in Ahaus die Betriebsgenehmigung. So werden auch für eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung in Ahaus höhere Sicherheitsanforderungen gelten. Eine Kostengegenüberstellung, bei der weder der Neubau einer Halle in Ahaus, noch die Transportkosten für 152 Hochsicherheits-Schwertransporte berücksichtigt sind, wirkt wenig vertrauenerweckend und überzeugt nicht.
Wir halten die 152 Castortransporte quer durch NRW auf Straßen mit vielfach maroden Brücken für unsinnig und gefährlich.
Vor 15 Jahren, am 11. März 2011, hat die atomare Katastrophe in Fukushima das Vertrauen in die Handhabbarkeit der Risiken der Atomtechnologie erschüttert. Ein Erdbeben einer Dimension, die für unwahrscheinlich gehalten wurde und auf welche die Sicherheitsüberlegungen deshalb keine Rücksicht genommen hatten, führte zu einem atomaren GAU. Daraus sollten wir gelernt haben, dass man den Risiken nicht gerecht wird, wenn man sie für unwahrscheinlich erklärt.
Wir appellieren weiterhin an die Politik, diese Transporte zu stoppen.