In der Brennelementefabrik in Lingen ist die Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom vom niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer genehmigt worden, obwohl er dies immer als „grundfalsch“ bezeichnet hatte. Dagegen hat der BUND Niedersachsen vor dem OVG Lüneburg Klage eingereicht. Unterstützt wird er von der bundesweiten Anti-Atomorganisation „.ausgestrahlt“. In Lingen werden sowohl die Fertigung als auch die Qualitätskontrolle mit von Russland gelieferten Maschinen erfolgen. Damit könnten Produktion und Überprüfung der Brennelemente manipuliert werden. Während alle Geheimdienste vor hybriden Angriffen Russlands warnen, wird ein Kreml-Konzern mit besten Verbindungen zu russischen Geheimdiensten Partner in der hiesigen Atomindustrie.
In der Urananreicherungsanlage in Gronau hat Urenco neben dem Freilager mit den Fässern für abgereichertes Uranhexafluorid eine Lagerhalle für Uranoxid in Betrieb genommen. In der Vergangenheit war abgereichertes Uranhexafluorid, das bei der Urananreicherung in großen Mengen als Abfallstoff anfällt, zur Umwandlung zu Uranoxid nach Frankreich geschickt worden. Jetzt sollen 60000 Tonnen dieses Materials zurücktransportiert und in einer Halle gelagert werden, bei deren Konzeption Drohnenangriffe noch nicht bedacht worden sind. Die Nachricht, dass sich Urenco am britischen Atomwaffenprogramm beteiligt, wirkt da auch nicht unbedingt beruhigend.
Und ins Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll in Ahaus werden seit März dieses Jahres Castoren aus dem Zwischenlager Jülich quer durch NRW gebracht. Gefährliche Transporte, die vermeidbar wären, wenn vor Ort in Jülich eine den heutigen Sicherheitsanforderungen genügende Halle gebaut würde. Die Halle in Ahaus entspricht diesen Anforderungen auch nicht, hat aber noch eine Betriebsgenehmigung bis 2036. Bis dahin wird es, selbst bei optimistischen Annahmen, noch kein Endlager für hochradioaktiven Müll geben Was also bedeuten diese Transporte für Ahaus und das Münsterland?
Der BUND fordert endlich das Aus der deutschen Uranfabriken und den Stopp der unsinnigen Castortransporte von Jülich nach Ahaus.