BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Liebe Umweltfreundin, lieber Umweltfreund,

Münster gehört bekanntlich zu den lebenswertesten Städten in Deutschland, vielleicht sogar Europas. Daran haben auch Natur und Umwelt in der Stadt und im Umland ihren Anteil. Die Promenade als der grüne Ring um die Innenstadt, der Aasee, der Schlossgarten, die Rieselfelder, die Hohe Ward, mehrere Stadtparks und viele hundert Kilometer Bäche sind die wertvollsten Teile, die Perlen, der Stadtnatur.
Die umweltfreundliche Seite der Mobilität in Münster sind die vielen Fahrräder, ein gut funktionierendes Bussystem und acht Bahnstrecken, die Münster nach allen Richtungen mit weiter gelegenen Zielen verbinden. Eine effektive Gas-Turbinen-Anlage zur Erzeugung von Strom und Fernwärme der Stadtwerke haben Münster einmal zur Klimahauptstadt gemacht. Die Abfallentsorgung durch die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster ist vergleichsweise umweltfreundlich und setzt auf die mechanisch-biologische Behandlung des Abfalls und nicht auf eine ressourcenvernichtende Müllverbrennung. Nicht zuletzt tragen die an Münster angrenzenden Teile der Kreise Coesfeld, Steinfurt und Warendorf mit ihrer Münsterländer Parklandschaft zur landschaftlichen Bereicherung der Umgebung Münsters bei.

Doch gibt es auch in Münster Schattenseiten und drohende Verschlechterungen, denen unsere Aufmerksamkeit und unser Widerstand gilt. Der immer noch zu hohe PKW- und LKW-Verkehr belastet Wohnviertel mit Lärm und Abgasen; die über den Grenzwerten liegenden NO2-Immissionen machen zum 1. Januar 2015 eine Verschärfung der Umweltzone nötig. Der viel zu hohe Verbrauch bisher unbebauter Flächen - landwirtschaftlich genutzter Flächen, Wald, Grünland - für Wohn- und Gewerbegebiete, Verkehrsanlagen, Freizeiteinrichtungen schreitet voran, veranlasst dadurch, dass der einzelne Mensch inzwischen mehr als 45 qm Wohnraum meint brauchen zu müssen, durch Zuzug von außen und dadurch, dass Gewerbe- und Bürobauten in die Außenbezirke Münsters drängen. Monotone und für Tiere und Pflanzen lebensfeindliche Maiswüsten und industrielle Tiermastanlagen sind die Folge eines überzogenen Biogas-Booms, des zu hohen Fleischkonsums und einer verfehlten Weltmarktorientierung der deutschen Landwirtschaft. Und wenn die EU so weiter macht oder das Freihandelsabkommen es will, haben wir auch gentechnisch verseuchte Lebensmittel in Münster.

Der Ausbau des Flughafens Münster-Osnabrück zu einem Interkontinentalairport ist noch nicht vom Tisch; er würde uns mit zunehmendem Fluglärm belasten und den Eltingmühlenbach zerstören. Der sechsspurige Ausbau der Umgehungsstraße durch St. Mauritz ist wohl nicht mehr zu verhindern, hoffentlich aber die Weiterführung nach Telgte durch die Werseaue. Eine weitere Bedrohung durch Straßenbau wäre der von der IHK beantragte sechsspurige Ausbau der A 43 bis vor die Tore Münsters, der die sich nach Münster ergießende Autoflut weiter vermehren würde, statt sie einzudämmen.

Das war ein Ausschnitt aus den Überlegungen, die die münstersche BUND-Gruppe umtreiben. Vielleicht können auch Sie sich dafür interessieren? Dann freuen wir uns über den Kontakt.

Das BUND-Team Münster

Quelle: http://www.bund-muenster.de/ueber_uns/kreisgruppe_muenster/