22. August 2018

Die Aasee-Katastrophe

Die Kreisgruppe Münster des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) stellt fest:

Das leidvolle Umkippen des Aasees haben auch wir miterlebt. Bilder wie die von Jungvögeln, die in der giftigen Brühe schwimmen, und ihren hoffnungslos nach Futter tauchenden Eltern haben sich tief eingeprägt. Wie schnell das alles ging, hat uns zutiefst erschreckt – ebenso aber auch, wie unbeholfen und langsam die Stadt Notmaßnahmen einleitete.

Nicht überrascht hat uns allerdings, dass es dem Aasee bei den hohen Temperaturen nicht gut ging. Schon in dem heißen Sommer 2003 mit dem damaligen Fisch- und Entensterben hat der BUND Veranstaltungen zur ökologischen Situation des Aasees durchgeführt, unter anderem mit Prof. Bernhard Surholt. Bereits damals war klar, dass durch unsere Landwirtschaft (hohe Düngergaben, Bodenverdichtung und Massentierhaltung) viel zu viele Nährstoffe in die Gewässer gelangen. Dies führt zu der immensen Vermehrung toxinbildender Cyanobakterien.

Die damalige sogenannte Aasee-Sanierung mit Erweiterung der Uferbereiche und Inbetriebnahme einer Anlage zur Phosphatausfällung an der Roxeler Straße konnte in dem heißen Sommer dieses Jahres das Umkippen des Sees nicht verhindern, da sie auf einen hinreichend großen Wasserdurchfluss angewiesen ist.

Nach Meinung fast aller Experten müssen wir davon ausgehen, dass solche Hitze-Extreme in Zukunft wiederkehren, auch in noch intensiverer Form. Es müssen deshalb Maßnahmen ergriffen werden, damit sich ein solcher Supergau am Aasee nicht wiederholt. Diese müssen über symptomorientiertes Handeln, das an den Ursachen nichts ändert, weit hinausgehen. Die Stadtverwaltung muss ein umfassendes Konzept erarbeiten, an dessen Erstellung Fachwissenschaftler, Naturschutzverbände sowie Vertreter von Politik, Behörden und Landwirtschaft zu beteiligen sind. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass schon beim derzeitigen Zustand Aa und Ems vom giftigen Wasser des Aasees geschädigt werden.

Das eigentliche Problem hinter den katastrophalen Entwicklungen dieses Sommers – neben dem Umkippen des Aasees sind noch die ausgetrockneten Kleinweiher zu nennen, extra als Kompensationsflächen errichtet und jetzt nutzlos, ebenso die stinkende Gräfte um Schloss Hülshoff, und viele weitere Probleme – ist die Tatsache, dass viel zu wenig gegen den bedrohlichen Klimawandel unternommen wird.

Die seit Jahren geforderten Energie-, Verkehrs- und Agrarwenden finden nicht statt! Das kann jeder feststellen. Ohne eine konsequente Umweltpolitik werden wir noch weit mehr verlieren als “nur” die Fauna des Aasees.



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