29. November 2014

Runder Tisch Radverkehr

Dieser im September 2013 beschlossene Arbeitskreis hatte seine erste Sitzung am 24. September 2014 und seine zweite am 25. November 2014. Beide Sitzungen waren vom Stadtplanungsamt sehr gut vorbereitet worden und wurden auch konzentriert durchgeführt Der Kreis ist breit aufgestellt: Neben den Vertretern des Stadtplanungsamtes, den Herren Schowe, Milde, Böhme und Oeinck, beteiligen sich Vertreter der Ratsfraktionen, die Polizei, das Ordnungsamt, ADAC, ADFC, BUND, KIB, VCD, Münster Marketing, Stadtwerke und andere...

Münster ist mit 39 % Radverkehrsanteil am städtischen Verkehr zwar Fahrradhauptstadt, muss aber einiges tun, um diese Stellung zu halten, um die Bedingungen für den Radverkehr weiter zu verbessern und sich an neue Entwicklungen, wie z.B. die stark steigende Zahl der E-Bikes, anzupassen. Zu diesem Zweck wurde eingangs der Sitzung am 24.11. ein Ausschnitt aus dem Film "Aufsteigen bitte“ gezeigt, der den Blick in die Welthauptstadt des Radverkehrs Kopenhagen und auf vorbildliche Projekte in den Niederlanden richtete. Das Kopenhagener Beispiel zeigt welche Wohlfahrtsgewinne für die Gesellschaft und Gewinn an Lebensqualität einer Stadt mit der Erhöhung des Radverkehrsanteils einhergehen. So ist zum einen die Zahl der Unfälle im gesamten Verkehr trotz steigender Radfahrerzahlen zurückgegangen und zum anderen hat sich die Kostenbilanz - trotz nicht unerheblicher jährlicher Investitionen in das Radwegenetz - stark verbessert.

Im Anschluss rückte die Planung eines „Radverkehrskonzepts 2025“ als Teil des in Arbeit befindlichen städtischen Gesamtverkehrskonzepts 2025 in den Vordergrund. Die hierbei zu verfolgenden Ziele wurden im Plenum und in Arbeitsgruppen unter den Oberthemen Infrastrukturen für den Radverkehr (Radwege, Velorouten), Fahrradparken, Verkehrssicherheit, Kommunikation und Service behandelt. Die dabei eingereichten Vorschläge liegen nun dem Stadtplanungsamt vor, werden dort ausgewertet und auf dem nächsten Termin für den RTR am 27.01.2015 weiter behandelt.

Außerdem soll ein interkommunaler Radweg (Radschnellweg) geplant werden, voraussichtlich in einem der aufkommensstärksten Pendlerkorridore, der Strecke Münster - Telgte. Dazu werden Planungsbüros gebeten, Varianten auszuarbeiten, die dann am 24.03.2015 in einer Planungswerkstatt vorgestellt und diskutiert werden sollen.

Dass hier von einem breiten Kreis, auch unter Beteiligung eher „autoaffiner“ Vertreter, energisch die weitere Förderung des Radverkehrs vorangetrieben wird, ist uneingeschränkt zu begrüßen. Offenbar haben inzwischen auch die Autofahrer erkannt, welchen Vorteil der hohe Anteil an Radverkehr für sie hat: Denn würde auch nur ein Teil der Radfahrer in Münster auf das Auto umsteigen, würde dies vermehrte Staus im Autoverkehr bedeuten.

Was nach unseren Vorstellungen bisher zu wenig behandelt wurde, sind kurzfristiger zu erreichende praktische Verbesserungen beim Radverkehr. Auch wurde die unbedingt nötige Neuverteilung des öffentlichen Raums zwischen einerseits dem bisher bevorzugten Autoverkehr und andererseits dem Fuß- und Radverkehr nur gelegentlich thematisiert und nicht ihrer Bedeutung entsprechend ins Blickfeld gerückt. Aber der RTR steht ja noch am Anfang, und es wird sicher noch eine Gelegenheit geben, diese Forderung nachdrücklich zu erheben.

(Toralf Eichhorn)



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