20. Februar 2015

Mogelpackung Radwegebau?

1,5 Mio. Euro Landesmittel zur Förderung des Radfahrens werden
für den Straßenbau zweckentfremdet

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW plant für 2015 den Ausbau der Hohenholter Straße zwischen Roxel und Nienberge (L529). Mehr als 1,5 Mio. Euro sollen für eine Verbreiterung der Straße und eine "Optimierung" der Kreuzung mit der Hülshoffstraße ausgegeben werden, damit ein schnelleres Fahren möglich wird.
Das gefährdet die Anwohner in Roxel, geht zu Lasten des umgebenden Landschaftsschutzgebiets und führt zu einer Gefährdung der kreuzenden Verkehrsteilnehmer, darunter viele Radfahrer, die auf der 100-Schlösser-Route unterwegs sind.
Zum Skandal aber wird das Vorhaben, weil es in Verkleidung des Radwegebaus daherkommt.
An der besagten Strecke gibt es schon seit einigen Jahren einen gut benutzbaren Radweg. Trotzdem werden die gesamten Mittel vom Landesbetrieb Straßenbau unter dem Haushaltstitel "Ausbau von Radwegen an vorhandenen Landesstraßen" angesetzt. Durch diese Umfirmierung wird zu Unrecht der Anschein einer millionenschweren Förderung des Radverkehrs erweckt, obwohl sich in Wahrheit die Situation der Radler deutlich verschlechtert. Zugleich wird so jede Bürgerbeteiligung umgangen -  man spart sich ein Planfeststellungsverfahren und eine ordentliche Diskussion über den Sinn der  Maßnahme.
Münster hält sich zu Recht viel auf seine Fahrradfreundlichkeit zugute. Es wäre nur konsequent, wenn die Münsteraner diese teure Mogelpackung zu Lasten des Radverkehrs zurückweisen würden. Noch kann der Rat der Stadt durch sein Veto das Ganze stoppen. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht.
(Rita Clausing)



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